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ColorLogic Suite

Produktnews vom 03.06.2021

Medienproduktion und qualitative Aspekte bei der Veredelung von Druckprodukten

Von Andreas Leveke

Mit diesem Artikel möchten wir ein Thema in der Medienproduktion ansprechen, welches sich mit den qualitativen Aspekten bei der Veredelung von Druckprodukten befasst. Die Verfahren der Veredelung, z.B. mit UV-Lack, Kaschieren, Laminieren, Zellophanieren, ect., gehören in der Offset- sowie der Digitaldrucktechnik schon seit Langem zum Tagesgeschäft.

Jene Firmen, die einen hohen qualitativen Anspruch an ihre Produkte haben, stellen fest, dass derartige Veredelungs-Prozesse die Farbqualität erheblich beeinflussen können. Im Vergleich zu einem zuvor bereits abgenommenen Druckbogen, verändert z.B. eine UV-Lackierung oder eine Laminierung auffällig den visuellen Farbeindruck. Das verifizierte Ergebnis nach einer Veredelung erfüllt daher auch messtechnisch nicht mehr die PSO-Sollwerte, dieses z.B. als Referenz einer standardisierten Offset-Produktion.

Vor der Veredelung:

Der Drucker regelt an der Maschine seine „Standardwerte gemäß PSO“ und lässt sich den OK-Bogen freigeben.

Die PSO-Vorgaben sind erfüllt, ein gutes Ergebnis liegt vor und der Druck stimmt gut mit dem ISO-Proof überein.

Der Kunde ist bis zu diesem Prozess sehr zufrieden; der Job geht in die Auflage.

Nach der Veredelung:

Die gedruckte Auflage wirkt nun nach der Veredelung visuell extrem zu dunkel, z.B. Hauttöne wirken zu rötlich, der Gesamteindruck ist überfärbt.

Die technische Erklärung dieser Farbverschiebung ist bekannt, denn durch die individuellen Veredelungs-Verfahren, ob matt oder glänzend, erhöhen sich die Tonwertzunahmen mitunter bis zu 12%. Dieses hat zur Folge, dass jene veredelten Jobs nun nicht mehr mit dem OK-Bogen und dem Prüfdruck/Proof übereinstimmen und es zu teuren Reklamationen kommen kann.

Falscher Aktionismus:

Um die Produktion doch noch irgendwie zu retten, werden oftmals teure Neu-Andrucke erstellt, bei denen die Volltondichte-Werte reduziert werden.

Mit aufwendigen Maßnahmen wird dann versucht, irgendwie in die Richtung des OK-Ergebnisses zu kommen.

Hinweis: Diese Verfahrensweise, um den Gesamteindruck wieder aufzuhellen, wäre ein absoluter „Blindflug“ und in Folge werden ebenso die Volltonfarben nicht mehr erreicht (z.B. ein rotes Logo M 100%, Y 100 % wirkt somit verständlicherweise zu flau, da die Volltondichte-Werte reduziert wurden.)

Professionelle Verfahrensweise:

Eine Produktion mit Veredelung (z.B. Umschläge mit Laminierung) sollte auf Basis eines stringenten Colormanagements realisiert werden.

Das bedeutet, jene Druckerzeugnisse werden mittels geeignetem Testchart spektral eingemessen und ein ICC-Profil charakterisiert diesen Part des Herstellungs-Prozesses.

Die Produktion ist nun denkbar einfach, denn die Druckdaten werden mittels DeviceLink-Profil farblich umgerechnet (heller gerechnet).

Der Drucker steuert mit diesen „neuen“ Druck-Daten die gewohnten, richtigen Standard Volltondichte-Werte und erzeugt ein „Zwischen-Ergebnis Druck“.

Im Anschluss werden jene Drucke veredelt und das finale Druckerzeugnis inklusive Laminierung stimmt nun visuell wieder mit dem OK-Bogen und dem freigegebenen Kunden-Proof überein.

Proof-Kontrolle zum „Zwischen-Ergebnis Druck“:

  • Es ist zu berücksichtigen, dass der Druck vor der Veredelung, bedingt durch die Farbdaten-Umrechnung jetzt heller ausfällt und daher selbstverständlich nicht mit dem Kunden-Proof übereinstimmen kann.
  • Sofern der Drucker für das „Zwischen-Ergebnis Druck“ einen Abstimm-Proof benötigt, so wird hierfür dieses „Zwischen-Ergebnis Druck“ ohne Laminierung für eine Proof-Simulation eingemessen.
  • Mit diesem Abstimm-Proof kann der Drucker nun 1:1 seine Produktion regeln, welche nach der Veredelung dann wahrnehmungsgetreu dem freigegebenen Kunden-Proof entspricht.

Jahrelange praktische Erfahrung bestätigt diese hier beschriebene Verfahrensweise und Medien-Dienstleister sind absolut überzeugt von der Technik und den sehr guten Ergebnissen.

Die Praxis hat gezeigt, dass individuelle Druckkorrektur-Kurven im Rip hierbei nicht das gewünschte Ergebnis erzielen, im Vergleich zu der präferierten und professionellen Verfahrensweise mittels Colormanagement-Technik. Eine Veredelung verhält sich nicht gradationell; daher sollten Farbdaten-Umrechnungen mittels DeviceLink-Profilen realisiert werden, auf Basis einer stringenten ICC-Technik. Ein weiteres Argument für die Colormanagement-Technik ist der Ausgabe-Prozess, da z.B. nur ein Teil (Umschlag) auf einem ausgeschossenen Druckbogen veredelt werden soll, jedoch nicht die Innenseiten.

Unser Angebot für Sie:

Sofern wir Sie bei derartigen Anforderungen unterstützen dürfen, würden wir uns über eine Kontaktaufnahme sehr freuen.

Wir beraten Sie zielgerichtet, hinsichtlich einer effizienten Umsetzung in der Praxis. Selbstverständlich unterstützen wir Sie darüber hinaus auch gerne bei der Realisierung des alten und/oder neuen PSO, im Bereich Offsetdruck sowie bei der Standardisierung im Digitaldruck und anderen Anforderungen der Print & Medientechnik, so auch bei Prozess- und Qualitätsoptimierungen, oder bei Abnahmen und Zertifizierungen - wir freuen uns auf Sie!

Herzliche Grüße von Ihrem Impressed Qualitäts-Team

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